Pathogense und Behandlung der männlichen androgenetischen Alopezie.

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Pathogense und Behandlung der männlichen androgenetischen Alopezie.

Beitrag  Admin am Di März 04, 2008 5:47 pm

Bei Männern verläuft die androgenetische Alopezie bekannterweise in der Regel wesentlich agressiver wie bei der Frau.Insbesondere dann,wenn sie bereits vor dem 30 Lebensjahr einsetzt.Solche sehr früh beginnende premature Alopezien,die sich nicht nur durch bitemporales (schleichendes) Zurücksetzen des Geheimratseckenbereichs abzeichnen,sondern auch durch eine Tonsurbildung gekennzeichnet sind,beruhen am ehsten auf einer mehrgenetischen(polygenen) Veranlagung,mit starker Beteiligung androgener(rezeptorenabhängiger) Einflüsse
Siehe hierzu auch: http://haarausfallhilfe.forumieren.de/news-f8/genetik-der-androgenetischen-alopezie-des-mannes-neue-erkentnisse-t9.htm#9


Der Unterschied b.z des Ausprägungsgrades,und der regionalen Untrschiede zwischen männlichen und weiblichen Betroffenen,ist einmal durch lokal fehlenden Östrogenschutz(Aromataseaktivität) der Kopfhaut zu erklären.Männer haben z.b frontal weniger Aromataseaktivität als Frauen.Auch die 5-alpha-Reduktase-Aktivität des Mannes ist im frontalen Haarfollikel (Stirnbereich) höher wie die 5-alpha-Reduktase-Aktivität der Frau.Beim Mann wurde eine 60% Aktivität gmessen.Bei der Frau eine geringere 40% Aktivität.Auch die Androgenrezeptorendichte ist beim Mann frontal wesentlich höher.Die occiptalen dermalen Papillzellen haben mehr Estrogen-Rezeptor-beta Expression,als die dermalen Papillzellen des Vertexbereichs(Tonsurbereich).Systemisch schütten Männer ja bekanntlich eine wesentlich geringre Menge an zirkulirendem Östrogenen aus.Insbesondere bei Männern mit genetischer Mutation im Androgenrezeptor,scheint das Östrogen besonders niedrig zu sein.Auch b.z des körpereigenen Antioxidantienstatus ist es so,das Frauen hier zweifelsfrei den besseren antioxidativen Gesamtschutz besitzen.Dies liegt zumindest teilweise an der besseren Östrogenausschüttung.Östrogen interaktiert postitiv mit der Expression körperigener antioxidativer Enzyme,wie z.b Glutathion-Peroxidase und Suproxid-Dismutase.Aufgrund der besseren Östrogenversorgung funktioniert die Gewebsversorgung der Frau besser wie die des Mannes.Dieser hormonelle und enzymatische Geschlechtsunterschied ist auch der Grund warum Frauen in der Regel länger leben als Männer.

Kommt nun zusätzlich zu der eher ungünstigen Stoffwechsellage des Mannes,eine ungünstige Genetik dazu,zeigt sich das zuerst in schwindender Haarpracht.Da das haarbildende System metabolisch sehr aktiv ist,wird der Haarfollikel zuerst das Opfer der ungünstigen Genetik.


Seit c.a einem Jahrzehnt,ist es möglich die Progressionsgeschwindigkeit der männlichen AGA,mit dem für androgenetische Alopezie zugelassenen Medikament Finasterid zu behandeln.Finasterid ist ein selektiver 5-alpha-Reduktase-Typ 2 Hemmstoff.Er verhindert über Enzymhemmung,die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron.Dihydrotestosteron(DHT) hat eine erheblich höhere Affinität zum Androgenrezeptor,und diese Eigenschaft verschafft diesem Hormon erhebliche zerstörerische Befehlsgewalt im Gewebe.Wenn aufgrund einer genetischen Androgen-Rezeptoren-Fehlfunktion,ein DHT Überangebot auf zellulärer Ebene besteht,erzeugt dieses eine Downregulation des zellulären Östrogengehalts,was dann über oxidativen Stress und vermehrte Expression des entzündungsfördernden Tumorsupressors TGF-beta,Insulin und IGF-1 Rezeptoren untergehen lässt.Die Rezeptoren beider Peptide,sind essentiell wichtig für das Aufrechterhalten der Haarfollikelkapazität.Sie halten unter normalen Umständen den Haarfollikel gross,und funktionstüchtig.Gehen die Rezeptoren unter,schrumpft der Haarfollikel,und die Haarproduktion lässt nach.


Einige Autoren gehen davon aus,das die männliche vorzeitige Alopezie,ein Equivalent des weiblichen PCO-S Syndroms ist.Bei Messungen diverser Parameter im Blut,zeigten sich deutliche Paralelen zu den Blutwerten PCO-S betroffener Frauen.U.a zeigte sich auch latente Insulinresistenz.Warscheinlich ist es so,das Dihydrotestosterun und e.v auch andere Genprodukte,die Insulinrezeptoren nicht nur in der Kopfhaut,sondern auch im gesamten System beeinträchtigen.


Finasterid kann diese zerstörerische Kausale unterbinden.Allerdings zeigte sich in mehreren Studien,das z.b nur Patienten auf Finasterid ansprechen,die auch eine wiederhergestellte Expression des IGF-1 in der dermalen Papille des Haarfollikels zeigten.Andere Studien an sehr vielen Probanden zeigten,das nur Patienten die tatsaechlich eine genetische Mutation im Androgenrezeptoren-Gen besitzen,zufriedenstellend auf Finasterid reagieren.Das zeigt zusammengefasst,das bei diesen Non-Respondern,keine,oder eine eher mindergewichtige Mutation im Androgenrezeptoren-Gen vorhanden ist(wurde so auch nachgewiesen).Finastrid kann nur dann richtig wirken,wenn tatsaechlich eine solche Mutation existiert,bzw dominiert.Dominieren andere Gene,kann die Haarfollikel-schrumpfende Kausale,nicht über DHT Hemmung alleine aufgehalten werden.Aufgrund der Tatsache das die männliche Sexualität unabhängig jeglicher genetischer Mutationen immer ein Risiko für Haarschwund darstellt,ist aber davon auszugehen,das Finasterid bei jedem Mann mindestens minimal wirkt.Dies zeigt auch eine Studie,in welcher Finasterid besser bei ausgeprägteren Androgenrezeptoren-Mutationen gewirkt hat,aber immerhin auch minimal zufriedenstellend bei schwächeren Varianten dieser Androgenrezeptoren-Mutationen.


Erwähnt werden sollte auch unbedingt Dutasterid,ein dualer 5-alpha-Reduktase Hemmer,der nicht nur die 5-alpha-Reduktase Typ-2,sondern auch die 5-alpha-Reduktase Typ-1 hemmt.Beide Isoenzyme spielen eine Rolle in der Pathogenese der androgenetischen Alopezie.Dutasterid ist noch nicht für die Behandlung der männlichen AGA zugelassen.Es kann jedoch out off lable verordnet werden.Studien an AGA Probanden zeigten das Dutasterid ebenso wie Finasterid,sicht und messbare Verbesserungen der Haarqualität beim AGA betroffenen Mann bewirken kann.Effektiver wie die für begnine Prostatavergösserung zugelassene 0,5 mg Dosis,war eine Dosis von 2,5 mg tgl.Letztere ist aber aufgrund von möglichen störenden Nebenwirkungen wie Libidoverlust,Verfettung und Brustvergrösserung,nicht vertretbar.Inwiefern die 0,5 mg Dosis auf Dauer wirken kann,ist nicht einschätzbar,da der Hersteller die Studien bereits nach 6 Monaten abgebrochen hat.Insbesondere für Finasterid(Propecia) Therapieversager,und Männer mit erheblich agressiver Alopezie,ist Dutasterid(Handelsname Avodart),warscheinlich schon eine brauchbare Alternative.Nicht zuletzt deshalb,weil es eine phänomänal lange Halbwertszeit besitzt,und beide Isoenzyme,und damit auch prozentual mehr DHT hemmt.


Wer seine AGA effektiv behandeln möchte,der sollte nicht nur auf einen DHT Hemmer setzen.Erfolgsversprechender ist in jedem Falle eine Kombination aus DHT Hemmstoff(Finasterid oder Dutasterid) und dem Vasodilator Minoxidil(Handelsname Regaine).Regaine ist ein zum topischen Lifestylemedikament umgewandelter Vasodilator,der in Tablettenform manchmal bei Herz-Kreislauf Erkrankungen eingesetzt wird.Die Idee daraus ein Haartherapeutikum zu erstellen,resultierte aus einer Nebenwirkung der oralen Variante(Loniten/Lonox).Menschen die dieses Medikament verordnet bekamen,zeigten vermehrt Kopfhaarwuchs und Hypertrichosen.Regaine wirkt über das Öffenen von Kaliumkanälen,und schlussendlich über die Hochregulation des gewebsversorgenden Wachstumsfaktors VEGF(Vascular endothelial growth factor).Es fördert die Neubildung von Blutgefässen(Angiogenese) in der Kopfhaut,die im Rahmen einer AGA multifaktoriell gestört ist.Man kann davon ausgehen,das es in der Präsenz von zellulärem Insulin und IGF-1 besser wirkt.Einmal wird die Insulin/IGF-1 Sensitivität durch DHT Hemmung verbessert.Weiter durch ausreichend Bewegung,und antioxidative Nahrungsergänzungsmittl,so wie Zink,Aminosäuren und Eiweiss für Anregung der IGF-1 Ausschüttung.



posted by Administrator 4.3.08.

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